Technische Informationen

Allgemeines zu EDELSTAHL ROSTFREI
Korrosionsbeständige Verbindungselemente aus Edelstahl rostfrei sind Chromnickelstähle, die mindestens 18% Chrom und mindestens 8% Nickel aufweisen.

  • Kaltverformte Werkstoffe fallen unter die Werkstoffbezeichnung A2. Im kaltverfestigten (handelsüblich) Zustand werden dabei Festigkeiten von 700 N/mm² erreicht (Festigkeitsklasse 70).

  • Wird diesen Werkstoffen noch mindestens 2% Molybdän zulegiert, dann heißen sie säurebeständige Stähle- Werstoffbezeichnung A4. (Mein Lieferprogramm A4 hat zum Teil die Festigkeitsklasse 80- Festigkeit 800N/mm²- bitte nachfragen. Die Preise liegen 40% über den A2-Preisen).

Verbindungselemente aus Edelstahl rostfrei sind gut geeignet für den Einsatz bei tiefen Temperaturen (A2-70 bis -196Grad C, A4-70 bis -60Grad C).
Im höheren Temperaturbereich zwischen 400Grad C und 800Grad C besteht die Gefahr der interkristallinen Korrosion.

Magnetische Eigenschaften: Verbindungselemente aus Edelstahl rostfrei sind in der Regel nicht magnetisierbar- durch die Fertigung kann eine Magnetisierbarkeit eintreten.
Die nichtrostenden Chromstähle haben die gleiche kristallgraphische Struktur wie die normalen Stähle (Struktur Alpha) und sind magnetisch. Die Beigabe von Nickel verändert die Struktur. Sie wird dadurch austenitisch (Struktur Gamma) und unmagnetisch. Der so erhaltene Chrom-Nickel-Stahl hat unglücklicherweise keine beständige Struktur. Er hat Tendenz auf eine Struktur vom Typ Alpha, also magnetisch, zurückzukommen. Dies hängt von seiner chemischen Zusammensetzung und der Einwirkung diverser äußerer Einflüsse (Temperatur, Kaltverfestigung, Verformung usw.) ab.

Je nach Verhältnis seiner Bestandteile und von einer Schmelze zur anderen, kann der nichtrostende Stahl eine mehr oder weniger große Neigung zum Magnetismus haben. Leider sind die nichtrostenden Stähle vom Typ 18/8 sehr empfindlich gegen Kalthärtung. Wie weiter oben erwähnt, kann dieses Phänomen die Rückbildung in die Struktur Alpha bewirken. Dies erklärt, dass sich lösungsgeglühtes, unmagnetisches Material nach dem Ziehen kalt härtet und teilweise magnetisch werden kann. Das Auftreten von Magnetismus während des Kalthärtens ist ein Phänomen, das von einer Schmelze zur anderen, der Natur des Stahls entsprechend, trotz identischen Analysen, variiert. Diese Stähle sind unbedingt von guter Qualität und weisen die normalen nichtrostenden Eigenschaften auf. Wenn ein unbedingt unmagnetischer Stahl verlangt wird, müssen Qualitäten mit 25% Chrom und 20% Nickel gewählt werden. Der Unannehmlichkeit des auftretenden Magnetismus in den Qualitäten 18/8 kann durch ein Lösungsglühen oder durch ein Ausglühen bei 1050ºC und rascher Abkühlung begegnet werden. Diese Behandlung ergibt, im Gegensatz zu den härtbaren Stählen, eine Verminderung der Härte. Ebenfalls löst sich der Kohlenstoff auf, was zu einer Rückkehr zur Gamma-Struktur führt, also unmagnetisch.



Montage: Verbindungen aus Teilen Edelstahl rostfrei weisen schlechte Reibwerte auf, die ungünstigstenfalls zum Kaltverschweißen von Mutter- und Schraubgewinde führen können.

Sicherungsmuttern aus Edelstahl rostfrei neigen manchmal wegen des hohen Gewindeflankendruckes beim Einformen des Bolzengewindes in den Sicherungsring zum Festfressen. Es sind deshalb stets gut gefettete Oberflächen vorzusehen, z.B. mit der von mir angebotenen METAFLUX-Gleitmetallpaste.


Gewinde-Übersicht


Anziehdrehmomente für Schrauben und Muttern
aus A2/A4 Festigkeitsklasse 70/80

Die in der nachfolgenden Tabelle genannten zulässigen Drehmomente können nur als sehr grobe und unverbindliche Richtwerte verstanden werden. Bei Verbindungselementen aus Edelstahl rostfrei sind die Reibungswerte im Gewinde und an den Auflageflächen wesentlich größer als bei vergüteten Stashlschrauben - auch der Streubereich der Reibungswerte ist hier viel größer (bis über 100%!). Zur endgültigen Bestimmung des Drehmomentes ist ein Versuch unter Einsatzbedingungen angeraten. Durch Verwendung von Spezialschmiermitteln können zwar die Reibungszahlen verringert werden - aber der sehr große Streubereich bleibt erhalten.

Die Tabelle enthält unverbindliche Richtwerte für vier verschiedene Reibungszahlen, gültig für Sechskantschrauben und - muttern nach DIN 931,933 und 934 aus Edelstahl rostfrei A2 und A4, in den Festigkeitsklassen - 70 und 80 (kaltverfestigt = Kaltpreßfertigung) bis zu Nennlängen 8xd bei Raumtemperatur und einer Dehngrenzen-Ausnutzung von Rp 0,2 = 90%.

Werkzeuge
Meine angebotenen Werkzeuge stammen ausschließlich aus dem Remscheider Unternehmen Schumacher&Kissling, dessen Unternehmensgründung auf das Jahr 1900 zurückgeht. Der Markennahme MATADOR ist ein eingetragenes Warenzeichen. Als Lieferant für die Industrie (z.B. seit 65 Jahren Lieferant für Mercedes-Benz) stellen qualitativ hochwertige Servicewerkzeuge und Spezialwerkzeuge das Kerngeschäft des Unternehmens dar.

Gewindeschneidwerkzeuge
Meine lieferbaren Gewindeschneidwerkzeuge und Zubehör werden von der in Mettmann ansässigen Fa. Bieler GmbH&Co.KG gefertigt. Seit 1922 werden dort Qualitätswerkzeuge gefertigt, die auch Sonderanfertigungen beinhaltet.

Industrieklebstoffe
Bei wichtigen Verbindungen auf Nummer Sicher gehen: DELO - ML. Kennzeichnendes Merkmal dieser lösungsmittelfreien Einkomponentenklebstoffe ist ihr Aushärtungsmechanismus: Erst mit Abschluß von Luftsauerstoff durch das Fügen und gleichzeitigem Metallkontakt härten sie bei Raumtemperatur aus.

Ein Vorteil auch für die Lagerstabilität: Der Luftsauerstoff in den Flaschen sichert die gleichbleibende Qualität des Produktes auch über längere Lagerzeit. DELO-ML- Gebinde sind daher nicht vollständig gefüllt.

Eine weitere Besonderheit dieser Klebstoffe ist ihre Haftung: Der flüssige Klebstoff verfließt in kleinsten Spalten der Fügeteile. Dort verankert sich der zähharte Klebstoff in den Rauhtiefen der Fügeoberflächen und verbindet die Fügeteile mittelschwer lösbar oder hochfest (je nach Klebstoffauswahl). Durch das vollständige Ausfüllen des Klebespaltes wird gleichzeitig Passungsrost und Kontaktkorrosion vorteilhaft vermieden.